Einführung gesetzlicher Rahmenbedingungen für das EnMS

Mit der Einführung der Managementnormen DIN EN 16001:2009 und DIN EN ISO 50001:2011 als Grundlage für Steuererleichterungen im Zusammenhang mit dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG), sowie des Energie- und des Stromsteuergesetzes (EnergieStG, StromStG) wurde ein neues Kapitel der Energieeffizienz in deutschen Unternehmen aufgeschlagen.

Die Managementnorm als Basis für die betriebliche Energieeffizienz sichert klare energierelevante Ziele der Unternehmensleitung, eine organisatorische Struktur zur Umsetzung der Energieeffizienz und die Motivation aller, an energierelevanten Prozessen beteiligten Mitarbeitern.

Zur Erstattung der EEG Umlage müssen energieintensive Unternehmen einen Nachweis ihrer energierelevanten Aktivitäten vorlegen. Ab 2010 konnte dieser auf Basis eines zertifizierten Energiemanagementsystems (EnMS) nach DIN EN 16001 bzw. DIN EN ISO 50001 (Zertifikat) erfolgen. Spätestens bis Ende der Antragsfrist 2012 waren die energieintensiven Unternehmen im Wesentlichen zertifiziert und damit rund 2 Mrd. Euro Rückzahlung im Jahr gesichert.

Mit der Einführung der Strom- und Energiesteuer im Jahr 1999 wurde die Energie als politisches Lenkungsinstrument durch Abgaben verteuert. Als Ausgleich wurden die Lohnnebenkosten für das produzierende Gewerbe gesenkt. Da bei den Unternehmen das Verhältnis zwischen Lohnnebenkosten und Aufwendungen für Strom- und Energiesteuer nicht immer gleich ist, wurde mit dem s.g. „Spitzenausgleich“ ein Ausgleichsinstrument geschaffen.

Mit der Novellierung von Strom- und EnergieStG im Herbst 2012 wurde die Gewährung des Spitzenausgleichs ebenfalls an die Einführung von EnMS gekoppelt (kleine Unternehmen können alternativ auch s.g. Energieaudits durchführen). Unternehmen, die in den Jahren 2013 und 2014 den Spitzenausgleich in Anspruch nehmen wollen, müssen die Einführung begonnen haben. Ab 2015 ist ein zertifiziertes System notwendig.

Mit dem Spitzenausgleich werden jährlich ebenfalls rund 2.2 Mrd. Euro zurückerstattet. Die Anzahl der betroffenen Unternehmen ist jedoch sprunghaft gestiegen. Während bei der Befreiung der EEG Umlage die Steuervergünstigung relativ wenige große Unternehmen unter sich aufteilten, wird mit den Anforderungen für den Spitzenausgleich u.a. auch der Mittelstand erreicht.

Damit ist die Zahl der Unternehmen, die in den nächsten beiden Jahren EnMS einführen werden sprunghaft gestiegen.

Das Spektrum der Umsetzung ist derzeit unglaublich groß. Während erste Unternehmen bereits über ein Jahr Erfahrung mit dem EnMS sammeln konnten und derzeit dabei sind, das System zu optimieren, gibt es bei vielen anderen Betrieben nur sehr rudimentäre Vorstellungen, was den im Unternehmen wofür an Energie benötigt wird.